Gerade heute melden die Nachrichtenagenturen, dass die aktuelle Geburtenrate in Deutschland die höchste seit 25 Jahren ist. Ob das nun am neuen „Elterngeld plus“ liegt, bleibt einmal dahingestellt. Auf alle Fälle wird sich die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schleswig (SPD), über diesen Trend freuen. Ist doch das „Elterngeld Plus“ ihr Projekt gewesen, das sie konsequent in der Amtszeit der aktuellen grossen Koalition umgesetzt hat.

Nun sind ja Arbeitgeber per se keine Familienfeinde. Aber das neue „Elterngeld Plus“ hat gravierende Auswirkung auf die Beschäftigungsverhältnisse. Zumal, weil deutsche Frauen durchschnittlich gut 30 Jahre alt sind, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Das heisst, für die meisten Eltern fällt die Elterngeld-Phase also voll in das Erwerbsleben. Und, wird das neue „Elterngeld Plus“ von beiden Elternteilen genutzt, beträgt die betriebliche Abwesenheit bis zu 28 Monate pro Kind. Und es gibt für Arbeitgeber so gut wie keine Möglichkeit, einem Mitarbeiter zu verwehren, in die Elternzeit zu gehen. Und die Elternzeit kann von beiden Partnern wahrgenommen werden. Das kann sehr leicht zu länger anhaltenden betrieblichen Engpässen führen.

Das neue „Elterngeld Plus“ wird standardmässig für 24 Monate gezahlt. Für Eltern, die gleichzeitig Teilzeit von 25…30 Wochenstunden arbeiten und sich die Elternzeit teilen, gibt es noch vier zusätzliche Bonusmonate Elterngeld.

Nun, da sich die grosse Koalition auf Ende der Staatsfinanzierung durch Neuverschuldung geeinigt hat, darf das „Elterngeld Plus“ natürlich nicht mehr als das „alte Elterngeld“ kosten, das ab jetzt „Basiselterngeld“ heisst. Auf einen kurzen Nenner gebracht, das „Elterngeld Plus“ wird doppelt so lange gezahlt und ist deshalb halb so hoch wie das „Basiselterngeld“.

Natürlich ist das Basiselterngeld weiterhin Gesetz und kann anstelle des Elterngeld Plus in Anspruch genommen werden. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Elterngeldern ist die Tatsache, dass beim Elterngeld Plus ein Zuverdienst durch Teilzeit unter gewissen Umständen nicht in Abzug gebracht wird. Wie alles, was von der Firma „Deutscher Bundestag“ geliefert wird, ist auch das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) sehr komplex. Das ist so Tradition in Deutschland. Daher ist die Berechnung schwierig und von vielen Randbedingungen abhängig. Es muss also grundsätzlich der Einzelfall betrachtet werden. Dennoch haben wir den Versuch unternommen, 3 mögliche Modelle zu berechnen. Dazu haben Basiselterngeld ohne Zuverdienst, Basiselterngeld mit Zuverdienst und Elterngeld Plus mit Zuverdienst betrachtet.

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Grundsätzlich lässt sich also mit dem Elterngeld Plus Kindererziehung und Teilzeitarbeit besser vereinbaren. Das Elterngeld Plus kann für alle Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, in Anspruch genommen werden. Es steht allen Eltern zu, die während des Elterngeldbezuges Teilzeit arbeiten wollen. Arbeiten beide Partner für mindestens 4 Monate Teilzeit, gibt’s noch 4 weitere Bonusmonate Elterngeld. Dabei ist Elternfeld Plus auf die Hälfte des Basiselterngeldes begrenzt. Das laufende steuerliche Einkommen wird angerechnet, die Teilzeit ist auf 25…30 Wochenstunden begrenzt. Es versteht sich von selber, dass Elterngeld nur einmal pro Kind in Anspruch genommen werden kann.

Wie schon gesagt, der Mitarbeiter kann den Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit wegen Inanspruchnahme von Elterngeld jederzeit beantragen. Elterngeld Plus kann auch nach dem 14. Lebensmonat beantragt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich dann innerhalb von 4 Wochen über den Antrag einigen. Wenn der Antragsteller länger als 6 Monate bei Ihnen arbeitet und Sie mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen, haben Sie als Arbeitgeber keine realistischen Chancen, diesen Antrag abzulehnen.

Dabei kann der Erholungsurlaub für jeden vollen Monat der Elternzeit, indem keine Teilzeitarbeit geleistet wird, um ein Zwölftel gekürzt werden.

Leistungs- und erfolgsbezogene Erfolgsanteile können anteilig gekürzt werden. Sonstige Einmalzahlungen stehen dem in Elternzeit befindlichen Arbeitnehmer in voller Höhe zu.

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